«Es gibt eine arabische Heavy-Metal-Szene?» Er nickte und lächelte wehmütig. «O ja, und ob. Das ist meine Musik. Der Soul der politisch Unzufriedenen. Sie finden nichts Authentischeres als Heavy Metal in einer repressiven Gesellschaft. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, spiele ich Ihnen mal was davon vor.» Er tätschelte sein T-Shirt. «Das ist von einer saudi-arabischen Band namens Eltoba, aber ich bin ein Riesenfan von Arsames – iranischer Death Metal –, und, äh, Mordab sind auch gut. Ah ja, und es gibt eine hammergeile bahrainische Black-Metal-Band namens Narjahanam. Hab sie letztes Jahr bei einem Underground-Festival in Manama gesehen. Wäre um ein Haar verhaftet worden. Der Bandname bedeutet ‹Höllenfeuer›, und, wow, man fühlt die ganze jugendliche Wut dieser Jungs – nicht das keimfreie, pseudoharte Getue von Bürgersöhnchen, die Kohle machen wollen. Ich rede von echter, zielgerichteter Scheißwut.»

Aus „Kill Decision“ von Daniel Suarez.

Zuerst dachte ich, es handele sich bei der Schwärmerei eines der Protargonisten des Buches um reine Fiktion des Autors. Wer jedoch Daniel Suarez Werke kennt weiss, das diese gut recherviert sind und an den Stories viel Wahres oder Mögliches dran ist. So auch die Beleuchtung der arabische Heavy-Metal-Szene. Nach dem lesen des Buches habe ich mich mal ein bisschen eingehört und muß sagen, ich bin begeistert! Klickt euch doch mal rein: El Toba (Saudi Arabien), Arsames (Iran) – Meine momentanen Lieblinge sind jedoch Mordab (Iran) und Narjahanam (Bahrain).

narjahanam

 

Wer noch ein bisschen tiefer einsteigen will, dem empfehle ich Encyclopedia Metallum – The metal archives und dort eine Suche auf Länderebene.  Auch die Rockumentary „Heavy Metal in Baghdad“ gibt einen guten Einblick. Als Earcandy hier noch „Mordrab“ mit „3000 years“.

 

Wo sind die Bilder hin?